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FrauenORT Ingrid Buck in Aurich eröffnet
08.06.2018
Grundschüler aus Wallinghausen eröffneten die Fest-Veranstaltung zum FrauenORT Ingrid Buck im Historischen Museum.
Vor dem Pingelhuus wurden historische Trachten vorgestellt, die unter anderem nach dem Lütetsburger Hausbuch des Häuptlings Unico Manninga gefertigt wurden.
Sehr eindrucksvoll waren auch die Darbietungen der Volkstanzgruppe Sandhorst vor der Ostfriesischen Landschaft.
Iris Horn und ihre Mutter (alias Herma Peters) nach der szenischen Darstellung im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft.
Am Ende der Fünf-Sterne-Veranstaltung gibt es Blumen für die Organisatorinnen, darunter unsere Clubschwester Hedwig Hangen (Mitte).
Seit dem 8. Juni 2018 gibt es auch einen frauenORT Aurich, den sechsten in Ostfriesland und den 36. In Niedersachsen. Die Volkskundlerin Ingrid Buck hat ihm ihren Namen gegeben. Sie war am 8. Juni 1968, also genau 50 Jahre früher, zur Landschaftsrätin ernannt worden – der ersten und bislang einzigen! Unsere Clubschwester Dr. Hedwig Hangen gehört neben Brigitte Junge, der Leiterin des Historischen Museums in Aurich, sowie der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Birgit Ehring-Timm und Dr. Nina Hennig, jetzige Volkskundlerin der Ostfriesischen Landschaft, zu dem Organisationsteam, das eine Fünf-Sterne-Veranstaltung auf die Beine gestellt hat, wie Ursula Thümler, die Vorsitzende des Kuratoriums frauenORTE Niedersachsen, in ihrem Grußwort betonte.

Die Eröffnung des frauenORTs begann in dem Historischen Museum, das nach Ansicht von Grundschülern aus Wallinghausen mindestens fünf Sterne verdient hat. Die Kinder hatten Plakate gestaltet, auf denen sie die traditionellen ostfriesischen Bräuche vorstellen – einer der Forschungsbereiche von Ingrid Buck. Nachdem die Schüler die zahlreichen Teilnehmer der Eröffnung mit interessanten Kurzvorträgen in diese Thematik eingeführt hatten, begaben sich alle vor das Tor des Museums, wo Iris Horn, die Tochter von Ingrid Buck, zusammen mit Bürgermeister Heinz-Werner Windhorst eine Plakette zu Ehren ihrer Mutter enthüllte.

Vor einer großen Menschenmenge enthüllte Iris Horn, die Tochter von Ingrid Buck, die Plakette zu Ehren ihrer Mutter.
Auch das Fernsehen hielt das denkwürdige Ereignis fest und filmte Iris Horn bei dem Festakt.
Nächste Station war das Pingelhuus, wo der Vorsitzende des Auricher Heimatvereins, Heinz-Wilhelm Schnieders, Wissenswertes über ostfriesische Trachten und Kleidung erzählte – auch dies ein Forschungsbereich von Ingrid Buck. Besonders beeindruckten die von Heimatvereinsmitgliedern vorgeführten prachtvollen Kleider, die nach dem Hausbuch des ostfriesischen Häuptlings Unico Manninga (1592-1588) für die Volkstanzgruppe geschaffen worden sind. Wir hatten uns noch vor unserer Clubgründung mit diesem Thema eingehend beschäftigt und Karten mit Motiven aus diesem Trachtenbuch gedruckt, um auf diese Weise Spenden für unser damaliges Projekt „Familie in Not“ zu gewinnen. Anschließend führte die Volkstanzgruppe Sandhorst dazu passende Tänze auf dem Vorplatz der Ostfriesischen Landschaft auf.

Im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft begegnete Iris Horn ihrer Mutter Ingrid Buck, die von Herma Peters von der Niederdeutschen Bühne Aurich verkörpert wurde. Während sie eine Landschaftssitzung vorbereitete, ließ Ingrid Buck ihr Leben Revue passieren. Wie Iris Horn zum Schluss ihre Mutter begrüßte, hat die zahlreichen Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung sehr beeindruckt, zu denen auch unsere ehemalige Clubschwester Uda van der Nahmer, die ehemalige Leiterin der Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft, gehörte. Sie wechselte 2008 als Äbtissin zum Stift Fischbeck und ist seitdem Mitglied des Clubs Hameln/Pyrmont. Unsere Präsidentin Eva Requardt-Schohaus freute sich sehr, sie bei dieser Gelegenheit einmal wiederzusehen. Unsere Clubschwester Henni Krabbe nahm in ihrer offiziellen Funktion als Kreisrätin an der Veranstaltung teil.

An die wunderbar umgesetzten Szenen aus dem Leben und Schaffen von Ingrid Buck schlossen sich eine Reihe von informativen Grußworten und schließlich eine berührende Laudatio von Brigitte Junge an, die Ingrid Buck noch kennengelernt hatte.
Über Mentoring und Fundraising informiert
Clubtreffen, 16.05.2018
Katharina Kastendieck hielt gleich zwei Vorträge.
Gäste am Mai-Clubabend: Katharina Kastendieck und Birte Engelbert vom Notruf Miriam.
Zu unserem Mai-Clubabend hatten wir die junge Soroptimistin Katharina Kastendieck aus Göttingen eingeladen, weil wir mehr über Mentoring und Fundraising wissen wollten. Unsere Präsidentin und unsere Schriftführerin hatten sie im November 2017 beim SID-Präsidentinnen- und Schriftführerinnen-Treffen in Mannheim, an dem auch Jung-Soroptimistinnen teilnehmen können, kennengelernt und bei der Abschlussveranstaltung des SI-Mentoring-Durchgangs 2017/18 im Kloster Haydau bei Kassel wiedergetroffen. Katharina ist an der Georg-August-Universität in Göttingen für den Bereich Fundraising zuständig.

„Wir haben den großen Vorteil: Wir können uns unsere Projekte selbst aussuchen“, betonte sie in Hinblick auf die Clubarbeit. Dabei sollten wir stets unser Profil im Blick haben: Als Soroptimistinnen setzen wir uns für die Förderung von Frauen ein, wobei uns die Bildung von Frauen besonders am Herzen liegt. Katharina rät davon ab, Spenden nach dem Gießkannen-Prinzip zu verteilen. Stattdessen sei es sinnvoll, passgenaue Spendenprojekte auszuwählen, die sich auch wirksamer kommunizieren ließen. Weiter empfiehlt sie, Kooperationspartner(innen) suchen, die in den jeweiligen Bereichen Experten sind. Ein Spendenaufruf müsse zu Herzen gehen, daher sei es wichtig, eine Geschichte zu erzählen (Storytelling), um die potenziellen Spender(innen) anzusprechen. „Im Vordergrund stehen nicht die rationalen, sondern die emotionalen Argumente“, sagte sie. Es sei wichtig, dass wir uns mit dem jeweiligen Projekt identifizieren. Auch könnten wir versuchen, bekannte Persönlichkeiten als Botschafter zu gewinnen. Vor allem aber dürften wir nicht vergessen, uns bei den Spendern zu bedanken.

Der zweite große Komplex, den Katharina an diesem Abend behandelte, ist das Mentoring-Projekt von SID. Mentoring sei ein Prozess, bei dem eine erfahrene Persönlichkeit (die Mentorin) die Entwicklung einer anderen Persönlichkeit (Mentee) fördert. Das sehr erfolgreiche und mit Bestnoten ausgezeichnete Mentoring-Programm von SID, das es seit 15 Jahren gibt, richtet sich an junge Frauen mit Führungspotenzial. Auch Katharina hatte sich beworben und war zu dem Auswahlverfahren eingeladen worden. Besonders spannend fand sie den Prozess des Matching bei der Auftaktveranstaltung: Dabei wurde den Mentees eine zu ihrem Profil passende Mentorin zugeordnet, mit der sie zehn Monate lang ein Tandem bildete. Neben persönlichen Treffen gab es vier organisierte Wochenenden mit Workshops, die allen Beteiligten – Mentorinnen wie Mentees - sehr viel gebracht haben. Auch machten manche Mentees bereits während des Mentoring-Prozesses einen Karrieresprung. Besonders aber schätzt Katharina das Frauen-Netzwerk, das sich in dieser Zeit gebildet hatte. Nicht zuletzt kommt das Mentoring-Projekt auch den Clubs zugute: Etliche Mentees engagieren sich inzwischen als Soroptimistinnen für die Belange von Frauen.
Höchste Auszeichnung der Ostfriesischen Landschaft für Eske Nannen
Ehrung, 05.05.2018
Eske Nannen erhält von Landschaftspräsident Rico Mecklenburg die Ubbo-Emmius-Medaille und Blumen.
Zu den rund 350 Teilnehmern der Oll& Mai-Veranstaltung in Leer gehörten auch etliche Sorores.
Etliche Clubschwestern nahmen an der sehr gut besuchten Oll& Mai-Veranstaltung in der evangelisch-reformierten Kirche in Leer teil, die sich diesmal mit dem Thema „FrauenLeben in Ostfriesland“ befasste. Den Höhepunkt bildete nach einer Reihe interessanter Referate (unter anderem über 100 Jahre Frauenwahlrecht, die deutsche Landfrauen-Bewegung in Ostfriesland und FrauenORTE in Ostfriesland) die Verleihung der Ubbo-Emmius-Medaille an unsere Clubschwester Eske Nannen. Die Mutter der Emder Kunsthalle hat diese höchste Auszeichnung der Ostfriesischen Landschaft seit langem verdient für ihr kulturelles Engagement, das ganz Ostfriesland zugutekommt. „Durch ihre überregionale Strahlkraft ist die Kunsthalle Emden heute für die Gäste der Region ein beliebtes Ziel und Ausgangspunkt für kulturhistorische Aktivitäten“, sagte Landschaftspräsident Rico Mecklenburg in seiner Laudatio. Wir sind sehr stolz auf unsere Clubschwester Eske und gratulieren ihr auch auf diesem Wege ganz herzlich!
Kunsthallen-Besuch bei Sonnenschein
Clubleben, 21.04.2018
Im Café Henri's gab es Kaffee und belegte Brötchen zur Begrüßung.
Andrea Berghausen-Dieks zeigt den Soroptimistinnen ihr Lieblingsbild.
Wenn Engel reisen, scheint die Sonne! Das gilt zumindest für unsere niederländischen Freundinnen, die wir am 21. April bei schönstem Sommerwetter vor der Emder Kunsthalle willkommen heißen konnten. Acht Clubschwestern vom Club de Emsmond und sieben von Ostfriesland-Norden waren gekommen und wurden von unserer Clubschwester Eske Nannen, der Mutter der Emder Kunsthalle, und unserer Präsidentin Eva Requardt-Schohaus im Café Henri’s begrüßt, wo sich alle bei Kaffee und Brötchen stärken konnten. Eske hatte allerdings nicht viel Zeit, weil sie zu einem Empfang beim niederländischen Honorarkonsul Dr. Claas Brons anlässlich des Königstags musste, der in der Woche darauf in den Niederlanden gefeiert wurde. Zum ersten Mal konnte Dr. Hedwig Hangen nicht dabei sein, die bislang alle Treffen in Ostfriesland organisiert hat, was sie sehr bedauert. Auch die Niederländerinnen haben Hedwig vermisst und ihr sofort eine entsprechende Karte geschrieben.

Dieser lebensecht wirkende Cowboy ist in Wirklichkeit eine Bronzestatue.
Vor der Kunsthalle ruhten sich die Sonnenanbeterinnen nach der Mittagspause aus.
Das Treffen traf mit angeregten Gesprächen auf der Terrasse des Hafenhauses aus.
Eske hob hervor, dass die Emder Kunsthalle von der Kooperation mit Assen profitiert, wo der erste Teil der Ausstellung „The American Dream“ gezeigt wird: Es werden derzeit besonders viele Besucher aus den Niederlanden in Emden registriert. Überhaupt scheinen unsere Nachbarn viel öfter ins Museum zu gehen, wie die Zahlen in Assen belegen. Andrea Berghausen – Dirks führte uns im Anschluss sehr kompetent und kurzweilig durch die Emder Ausstellung, die alle begeisterte. Ketchup-Flaschen im Stil alter Meister gemalt, ein lebensechter Cowboy, dem nicht anzusehen ist, dass er aus Bronze gefertigt wurde, eine Toilettenpapier-Rolle aus Carrera-Marmor – wir wurden oft zum Staunen gebracht. Einige Clubschwestern aus den Niederlanden möchten wiederkommen, um sich noch eingehender mit den Kunstwerken zu befassen. Und so manche deutsche Teilnehmerin wurde angeregt, sich die Ausstellung "American Dreams" in Assen anzusehen. Ein weiteres lohnenswertes Ziel im Nachbarland ist die europäische Kulturhauptstand Leeuwarden in Friesland, wo der dortige SI-Club im September zu einem Treffen einlädt.

Nach einem mittäglichen amerikanisch angehauchten Imbiss im Henri's gab es Gelegenheit, die Ausstellung noch einmal zu besuchen, um die Eindrücke zu vertiefen, oder einfach bei einer Tasse Kaffee den Sonnenschein zu genießen. Zum Abschluss unseres Treffens machten wir einen Spaziergang zum Emder Hafenhaus, wo wir in fröhlicher Runde Kaffee und Kuchen oder etwas Abkühlendes genossen.
Eine Ehe ist keine Absicherung fürs Leben
Vortrag, 18.04.2018
Die Clubschwestern lauschten dem Vortrag von Anja Rotter-Schohusen mit viel Interesse.
„Altersarmut versus Scheidungs- und Unterhaltsrecht“ lautete der Vortrag, den unsere Clubschwester Anja Rotter-Schohusen an unserem April-Clubabend im Hotel am Schloss in Aurich hielt. Sie hatte sich mit dem sehr komplexen und komplizierten Familienrecht befasst, das im Rahmen eines Vortrags natürlich nicht annähernd erschöpfend abgehandelt werden kann. Es war für uns in diesem Fall auch nur in Hinblick auf unser großes Thema „Altersarmut“ interessant. Davon sind vor allem Frauen betroffen, die sich für die Familie entscheiden und wenig oder überhaupt nicht berufstätig sind, um stets für den Ehemann und die Kinder da zu sein. Anja machte deutlich, dass eine Frau heute keineswegs für den Rest ihres Lebens abgesichert ist, wenn sie heiratet. Eine Ehe wird heutzutage nicht nur durch den Tod „geschieden“, sondern viel eher durch den Scheidungsanwalt.

Nach § 1569 des Bürgerlichen Gesetzbuches gilt heute der Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit: Nach der Scheidung muss grundsätzlich jede(r) für sich selbst sorgen. Wenn Kinder da sind, kann die Frau bis zum dritten Lebensjahr der Kinder Unterhalt verlangen.

Anja informierte unter anderem über Versorgungs- und Zugewinnausgleich und die verschiedenen Formen des Unterhalts wie Ehegatten-, Familien-, Trennungs- und nachehelicher Unterhalt. „Der Versorgungsausgleich ist einer der wichtigsten Punkte, der im Rahmen einer Ehescheidung zu regeln gilt, weil er die Rente betrifft“, betonte sie. Er umfasst den Zeitraum vom Monat der Eheschließung bis zum Monat vor Zustellung des Scheidungsantrages.

Beim nachehelichen Unterhalt liegt der persönliche Selbstbehalt derzeit bei 1200 Euro. Die Bedienung des Kindesunterhalts hat stets Vorrang vor dem Unterhaltsanspruch der Ex-Frau. Anja rechnete mehrere Fälle durch, in denen für die geschiedene Ehefrau so gut wie nichts übrig bleibt. Sie sieht ein großes Problem bei den Gerichten: Oft werden junge, unerfahrene Richter in den Familiendezernaten eingesetzt, sodass es öfter zu Fehlurteilen kommt.

Fazit: Frauen sollten ihre Berufstätigkeit auch während der Ehe und mit Kindern weiter ausüben, damit sie unabhängig bleiben und für eine eigene Alterssicherung sorgen.
Arm durch Erbschaft oder Ehevertrag?
Vortrag, 21.03.2018
Dr. jur. Agnes Strehlau-Weise hält einen Vortrag zum Thema Altersarmut.
Im Zentrum unseres März- Clubabends stand ein Vortrag unserer Clubschwester Dr. jur. Agnes Strehlau-Weise im Rahmen unseres gegenwärtigen Clubthemas „ Altersarmut ist weiblich“.
Die Überschrift ihres Vortrages lautete daher: Erbrecht und Ehevertrag versus Altersarmut. Agnes verstand es, uns die höchst komplizierte Materie anschaulich und verständlich in kurzer Zeit zu vermitteln.
So erfuhren wir, dass unverheiratete Lebensgefährten ohne Erbvertrag oder jeweiliges Testament nichts erben. Zu bevorzugen ist dabei ein Erbvertrag, damit der Vertragspartner nicht ohne Wissen des anderen eine andere Regelung treffen kann. Ein Erbvertrag bedarf immer der notariellen Beurkundung, ein Testament dagegen kann auch handschriftlich verfasst werden. Von einem Berliner Testament spricht man, wenn sich Ehegatten gegenseitig zu Erben einsetzen.

Liegt ein Testament oder Erbvertrag vor, kann der überlebende Ehegatte / Lebensgefährte jedoch Pflichtteilsansprüchen ausgesetzt sein. Ein solcher Anspruch steht nur Verwandten gerader Linie zu und verjährt innerhalb von drei Jahren. Agnes zeigte uns Möglichkeiten auf, diesen gesetzlich zwingend entstehenden Pflichtteilsanspruch möglichst gering zu halten, um dem überlebenden Ehegatten / Lebensgefährten den Großteil der Erbschaft zu sichern.
Ist weder Testament noch Ehevertrag vorhanden, bildet der überlebende Ehegatte mit den Verwandten des verstorbenen Ehegatten eine Erbengemeinschaft. Der überlebende Ehegatte muss den Nachlass mit den Verwandten des verstorbenen Ehegatten teilen und kann über Nachlassgegenstände nur mit Zustimmung aller verfügen. Es liegt auf der Hand, dass dies nicht zur Alterssicherung des Ehegatten beiträgt. Deshalb riet Agnes unbedingt zur Abfassung eines Testaments. Zu dessen Gestaltung sollte man sich durchaus juristischen Rat einholen.

Beim Thema Ehevertrag räumte Agnes mit etlichen falschen Vorstellungen auf: Falsch ist zum Beispiel die weit verbreitete Meinung, dass man durch die Heirat die Hälfte des Vermögens des Ehegatten erwirbt oder dass man durch die Heirat automatisch für alle Schulden des anderen Ehegatten haftet. Das Gegenteil ist der Fall. Durch die Eheschließung wird der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft begründet.

Agnes erläuterte an zahlreichen Beispielen, dass im Falle einer Scheidung zunächst ermittelt wird, wieviel der jeweilige Ehegatte während der Ehe an Vermögen hinzugewonnen hat. Anschließend findet ein Ausgleich statt, der im Ergebnis dafür sorgt, dass beide Ehegatten hälftig am gemeinsamen Zugewinn partizipieren. Will man diese gesetzliche Regelung ausschließen, so bedarf es eines notariell beurkundeten Ehevertrages. In einem solchen vertraglichen Güterstand wird entweder ( die seltenere ) Gütergemeinschaft oder ( die etwas häufigere) Gütertrennung vereinbart.

Bei der Gütertrennung ist allerdings Vorsicht geboten: Es findet im Falle der Scheidung kein Zugewinnausgleich statt und die gesetzliche Erbquote vermindert sich. Letztlich kann dies für den Ehegatten, dem es beispielsweise wegen der Kindererziehung nicht möglich war, während der Ehe Vermögen hinzuzugewinnen und anzusparen, in die Altersarmut führen.

Für die meisten Ehen- so führte Agnes aus- dürfte es daher ratsam sein, es bei dem gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft zu belassen. Bevor man sich zum Ehevertrag entschließt, sollte man sich im Hinblick auf die weitreichenden Folgen juristischen Rat einholen. Es lohnt sich!
Politikerinnen plaudern aus dem Nähkästchen
SI Veranstaltung, 05.03.2018
Unsere Schriftführerin Henni Krabbe und Heike-Maria Pilk mit einem Foto, das am 19. Juli 1889 von Clara Zetkin aufgenommen wurde.
Europahaus-Leiterin Heike-Maria Pilk begrüßte Gitta Connemann.
Die 20-jährige Syrerin Aseel Alhafez trug zu Beginn ein Gedicht über ihre Mutter vor.
Die Gesprächsrunde (v. l.): MdB Gitta Connemann (CDU), MdL Hillgriet Eilers (FDP), Moderatorin Heika-Maria Pilk und Kreistagsabgeordnete Gila Altmann (Bündnis 90/Die Grünen).
Die Zuhörer lauschten den Ausführungen der Politikerinnen sehr interessiert.
Im Anschluss bildeten sich kleine Gesprächsrunden.
Auch in diesem Jahr nahmen wir an den Auricher Frauenwochen teil, die diesmal auf 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland zurückblickten. Aus diesem Anlass haben wir eine Gesprächsrunde mit ostfriesischen Politikerinnen im Europahaus in Aurich organisiert, die viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit fand (siehe Presse). „Frauen an die Macht!? Haben 100 Jahre Frauenwahlrecht zur Gleichberechtigung geführt?“ war die Veranstaltung überschrieben, die von Europahaus-Leiterin Heike-Maria Pilk moderiert wurde. Die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann, (CDU), die Landtagsabgeordnete Hillgriet Eilers (FDP) und die Kreistagsabgeordnete und Ratsfrau Gila Altmann (Bündnis 90/Die Grünen) erzählten den gebannt lauschenden Zuhörerinnen und einigen Zuhörern mit erfrischender Ehrlichkeit, warum sie Politikerinnen geworden sind, wie ihr bisheriger Lebensweg aussah und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. „Selten habe ich eine so offene Atmosphäre wie gestern Abend erlebt“, schrieb uns Frau Connemann in einem Dankesbrief am Tag danach. „Jede der dort Anwesenden war bereit zuzuhören, etwas von sich preiszugeben, Gemeinsamkeit zu wagen. Aus meiner Sicht ist dies der einzige Weg, damit irgendwann aus rechtlicher Gleichberechtigung auch eine faktische wird.“
Auszeit auf Langeoog
Clubleben, 16.02.2018
Wir nutzten jede sich bietende Gelegenheit zu einem Strandspaziergang.
Auch dem Wasserturm statteten wir einen Besuch ab.
Neben der Jahreshauptversammlung findet im Februar mittlerweile traditionell ein zwangloses Treffen auf der Insel Langeoog statt, das – je nach dem Zeitbudget der einzelnen Teilnehmerinnen – zwischen ein und drei Tagen währt. Wie immer waren wir im Haus Bethanien untergebracht, wo wir mit reichlichen und abwechslungsreichen Mahlzeiten verwöhnt werden. Der Wettergott meinte es wieder gut mit uns; es war weder kalt noch windig, allerdings hielt sich der Himmel über der Insel bedeckt. Wie immer machten wir ausgedehnte Spaziergänge, die im Café Leiß bei üppigen Tortenstücken und Eiergrog endeten. Am ersten Abend frönten wir dem Kartenspiel; am zweiten sahen wir den Spielfilm „Suffragette“ zum Ausklang. Am Sonnabend beteiligten sich alle an der Arbeitsgruppe Clubjubiläum und entwarfen ein dreitägiges Programm für unser Jubiläum im Mai 2019. Am Sonntagmorgen endete die Zeit auf der Insel nach einem üppigen Frühstück und einem letzten Inselspaziergang.
Programmarbeit zum Jahresbeginn
Clubtreffen, 17.01.2018
Programmdirektorin Gerta Berghaus informiert über die Ergebnisse der Arbeisgruppe Altersarmut.
Bei unserem ersten Treffen im neuen Jahr, das im Hotel am Schloss in Aurich stattfand, beschäftigten wir uns mit dem Jahresprogramm 2018. Zunächst informierten uns unsere Programmdirektorin Gerta Berghaus und Programmassistentin Anja Lorenz, die zusammen das Programmteam des Clubs bilden, über ihre Aufgaben. So unterstützen sie Vorstand und Club bei der Jahresplanung und bei der Durchführung der einzelnen Projekte. Dabei achten sie darauf, dass bei der Jahresplanung das jeweilige Motto von SI Deutschland und SI Europa berücksichtigt wird. SID-Präsidentin Gabriele Zorn hat folgendes Motto für die Jahre 2017 bis 2019 gewählt: „SI kompetent. Digital. Im Netzwerk unterwegs“.

Es wurden diverse Arbeitsgruppen gebildet, die sich unter anderem mit der Vorbereitung unseres Jubiläums und der Auricher Frauenwoche im kommenden Jahr sowie mit Facebook beschäftigen. In den Mittelpunkt stellten Gerta und Anja aber die Vorstellung der Arbeitsgruppe „SIe sorgt vor gegen Altersarmut“. Zu den einzelnen Vorträgen, die schon gehalten wurden oder noch anstehen, werden Flyer entwickelt; auch sollen Powerpoint-Präsentationen zu den einzelnen Themen ins Internet gestellt werden. Auch sollen Videosequenzen mit Playmobil-Figuren und Rollenspiele ausgearbeitet werden, mit denen wir junge Frauen/junge Paare am Beginn ihrer Berufstätigkeit und vor Familiengründungen für die Problematik sensibilisieren wollen.
Weihnachtsfeier und Kerzenzeremonie
Clubleben, 13.12.2017
Mit einem Glas Sekt wird die Aufnahme von Korinna Wirringa (zweite von rechts) gefeiert
Beim Schrottwichteln haben alle viel Spaß.
Dr. Agnes Strehlau-Weise freut sich über ihre neuen Ohrringe.
Auch Eske Nannen ist mit ihrer Errungenschaft sehr zufrieden.
Unsere Weihnachtsfeier fand in dem weihnachtlich wunderbar geschmückten Wohnzimmer unserer Clubschwester Gerta Berghaus statt. Zu Beginn nahmen wir die Fotografenmeisterin Korinna Wirringa aus Berumbur mit einer Kerzenzeremonie in unsere Reihen auf. Damit hat unsere Präsidentin – allerdings mit erheblicher Verspätung – einen Wunsch unserer inzwischen verstorbenen Patin Ruth Schmidt Stockhausen erfüllt: Eva Requardt-Schohaus fand kürzlich einen Brief aus der Anfangszeit wieder, in dem sie von Ruth darum gebeten wurde, sich um eine Fotografin für den werdenden Club zu kümmern. Sie hatte Korinna Wirringa durch die Hochzeit ihrer Tochter kennen- und schätzen gelernt. Neben dem obligatorischen Blumenstrauß überreichte unsere Präsidentin, die zugleich als Patin fungiert, dem neuen Clubmitglied den Bestseller „Die Geschichte der Bienen“. Nachdem alle mit Sekt angestoßen hatten, wurde das köstliche Büfett eröffnet, zu dem alle Clubschwestern beigetragen hatten. Dr. Hedwig Hangen, die zusammen mit Beate Kaminski, Marlies König und Dr. Andrea Ohling kurzfristig eine Weihnachts-AG bildete, hatte passend zum feierlichen Anlass ein paar Weihnachtslieder ausgesucht, in den historischen Kontext gestellt und angestimmt. Viel Spaß bereitete uns das Schrottwichteln, und so manche Clubschwester zeigte sich beglückt über den „Schrott“, den sie mit nach Hause nehmen konnte.
Grünkohlessen und Büchervorstellung
Lesung, 15.11.2017
Im November trafen wir uns zu einem deftigen Grünkohlessen in Störtebekers Teestube in Marienhafe. Dort stellten uns die Mitarbeiterinnen der Marienhafer Bücherkiste neue Bücher vor, die sich auch als Weihnachtsgeschenke eignen – unter anderem „Unterleuten“ von Juli Zeh, „Dein perfektes Jahr“ von Charlotte Lucas, „Die Birken wissen’s noch“ von Lars Mytting, „Das Licht der Insel“ von Jean E. Pendziwol, „Black Rabbit Hall“ von Eve Chase, „Die Entscheidung“ von Charlotte Link, „Das Wolkenschloss“ von Kerstin Gier und „Der letzte Pilger“ sowie „Teufelskälte“ von Gard Sveen.
Eine Vitrine zum 125. Geburtstag von Recha Freier
Spende, 29.10.2017
Zum 125. Geburtstag von Recha Freier, der Gründerin der Jugendalijah, die Tausende von jungen Juden vor dem Holocaust bewahrte, übergab unser Club eine Vitrine an den Ökumenischen Arbeitskreis Synagogenweg Norden. Die Übergabe wurde mit einer kleinen Geburtstagsfeier in der ehemaligen Schule der Norder Synagogengemeinde begangen, in der heute das Archiv des Ökumenischen Arbeitskreises untergebracht ist. Roswitha Homann, die uns Recha Freier im vergangenen Jahr an einem Clubabend nähergebracht hatte, hat die Vitrine mit Informationen, Dokumenten und Fotos gefüllt, die an die Tochter des orthodoxen jüdischen Volksschullehrers Manasse Schweitzer erinnern. Zusammen mit Vorstandsmitglied Almut Holler ließ sie das Leben der bedeutenden Frau Revue passieren, die dem FrauenORT Norden ihren Namen gegeben hat. Passend zum Anlass hatte Homann für Musik und kulinarische Köstlichkeiten gesorgt; auch erklang ein Tondokument mit der Stimme von Recha Freier.

Unsere Präsidentin Eva Requardt-Schohaus unterstrich in ihrer Rede ihre persönliche Verbindung zum Synagogenweg. So verbrachte sie ihren 30. Geburtstag am 30. Januar 1983 mit den Gedenkfeiern zur Machtergreifung von Adolf Hitler vor 50 Jahren, über die sie für den Ostfriesischen Kurier berichtete. Der damalige Bürgermeister Gerhard Campen führte die Gruppe an den Ort, an dem einst die Norder Synagoge gestanden hatte. Hier erhob sich damals ein hässlicher Garagenkomplex. Als die Redakteurin im Sommer zu einem Unfall an den Norddeicher Badestrand fuhr, kam es zu einem (zum Glück glimpflichen) Zusammenstoß mit dem Rettungswagen. Hans-Gerhard Gödeken, der den Unfall verursacht hatte, erzählte ihr von dem einzigartigen Gebäude-Ensemble in Norden, das an die jüdische Gemeinde erinnert.

Von da an begleitete unsere Präsidentin die Aktivitäten des Ehepaars Lina und Hans-Gerhard Gödeken journalistisch. „Sie haben das zerrissene Band zwischen den Nordern und ihren ehemaligen Mitbürgern, die vor dem Pogrom in alle Welt geflohen sind, neu geknüpft“, betonte sie bei der besonderen Geburtstagsfeier. „Mit Spannung verfolgte ich mit, wie die Überreste der ehemaligen Synagoge ausgegraben und in eine beeindruckende Gedenkstätte integriert wurden. Nie vergessen werde ich die erste Woche der Begegnung vom 16. bis 21. August 1987, zu der etliche Juden in ihre ehemalige Heimat zurückgekehrt waren. Es spielten sich ergreifende Szenen ab, und ich bin dankbar dafür, dass ich diese große Stunde der Stadt Norden miterleben durfte.“

In den vergangenen 30 Jahren ist dieses Band durch das Engagement des Ökumenischen Arbeitskreises Synagogenweg immer stärker geworden, und es gibt seitdem einen regen Austausch mit den ehemaligen Nordern und ihren Nachkommen. Siehe auch Presse.
Katrin de Buhr – eine ausgezeichnete Unternehmerin
Zur Person, 18.10.2017
Special Gast bei unserem Oktober-Treffen war die erfolgreiche Auricher Unternehmerin Katrin de Buhr. Die dreifache Mutter wurde vom Land Niedersachsen 2016 wegen ihrer neuen Ansätze in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie als „Kreativpionier“ ausgezeichnet.

Katrin de Buhr hatte einen beeindruckenden Powerpoint-Vortrag für uns ausgearbeitet, in dem sie ihren Werdegang skizzierte. Sie ist seit 1997 in der Werbung tätig; ausgebildet wurde sie in einer Werbeagentur in Oldenburg. Dort begegnete sie im Treppenhaus dem IT-Projektmanager Heinz de Buhr, mit dem sie seitdem unzählige Projekte, sieben Jahre am Bodensee, in denen sie als freie Grafikerin arbeitete, und drei Kinder verbinden.
Foto: Katrin de Buhr
Foto: Katrin de Buhr


2009 zog das Ehepaar mit zwei Kindern nach Ostfriesland, wo Katrin de Buhr bei der Arbeitssuche folgende Ablehnung erhielt: „Ihre Vita ist beeindruckend, und wir suchen genau so jemanden wie Sie, aber leider haben Sie Kinder. Wir werden die Stelle neu ausschreiben und einen Mann suchen.“ Daraufhin machte sich Katrin de Buhr selbstständig und baute 2010 zusammen mit ihrem Mann ein Wohn- und Arbeitshaus, in dem sie die Werbeagentur DESIGNSTUUV einrichtete. Ihre Lösung ist, wie sie uns erläuterte, ein neuartiges Wohn- und Arbeitskonzept, das sich nicht der bisherigen Arbeitswelt der Industrialisierung anpasst, sondern den flexiblen Anforderungen einer digitalen Arbeitswelt, in der sich Kundenprojekte und Familienwünsche optimal vereinen lassen. Arbeit wird hier nicht an der Zeit, sondern am Ergebnis gemessen. „Frauen sind Schlüsselfiguren für die jetzige und zukünftige digitale Veränderungen“, sagt die erfolgreiche Unternehmerin. Sie geht auch davon aus, dass dem weiblichen Führungsstil mit Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl die Zukunft gehört.

Der Erfolg gibt ihr Recht: Katrin de Buhr hat inzwischen einen IHK-Ausbildungsbetrieb mit sechs Mitarbeitern und zwei Standorten in Aurich.
Willkomm und Abschied
Zur Person, 13.10.2017
Im April 2017 erhielten wir die wunderschöne Nachricht, dass unsere Clubschwester Alexandra Strehlau am 8. April 2017 erneut Mutter geworden ist. Hendrik Ole Ubben heißt der neue Erdenbürger, der Alexandras Töchterchen Emilia zur stolzen großen Schwester macht. Für uns bedeutet das allerdings, dass wir nun eine Weile auf Alexandra verzichten müssen, da sie nun alle Zeit und Kraft für ihre Familie braucht. Aber wir freuen uns mit ihr und wünschen ihrer Familie alles Gute!

Das gilt auch für unsere Clubschwester Silke Schneider-Windt. Ihre Familie hat sich im Mai 2017 vergrößert, weil sie die fünf Monate alte Amelie als Pflegekind aufgenommen hat. Sie ist nun die kleine Schwester von Leandra, die eineinhalb Jahre älter ist und auch als Pflegekind zur Familie kam.  Auch in diesem Fall muss der Club einstweilen zurückstehen. Über diesen soroptimistischen Nachwuchs freuen wir uns natürlich sehr!

Im Juni ereilten uns leider einige Nachrichten, die uns sehr traurig stimmen. So konnte unsere Clubschwester Dr. Dr. Agnes Langholz nicht an dem Treffen in Würzburg teilnehmen, weil ihre Mutter kurz zuvor gestorben war. Auch unsere Past-Präsidentin Antje Dieken  verzichtete auf die Reise, da sie in großer Sorge um ihren Vater war. Sein Leben endete nach kurzer, schwerer Krankheit am 18. Juni 2017. Diesen Clubschwestern gilt unser tief empfundenes Beileid!

Im April 2017 entstand dieses Bild, das Ursula mit ihrer langjährigen Sekretärin Inge Stürenburg zeigt.
Kurz darauf, nämlich am 21. Juni 2017, hat uns unser Gründungsmitglied Ursula Basse-Soltau im Alter von 88 Jahren für immer verlassen. Darüber wurden wir von unseren Clubschwestern Hedwig Hangen und Marlies König informiert, die Ursula im Pflegeheim besuchen wollten und einen Tag zu spät kamen. Obwohl die Beisetzung  im relativ kleinen Kreis stattfand – die Todesanzeigen erschienen erst nach der Beerdigung -, nahmen zehn Clubschwestern an der Trauerfeier teil. Wir haben auch eine Anzeige geschaltet (um den Text haben sich dankenswerter Weise Theda Stegmann und Elke Erchinger gekümmert) und einen Nachruf in „Soroptimist Intern“ veröffentlicht. Ursula bekleidete zwar keine großen Ämter im Club, hat aber stets regen Anteil am Clubleben genommen, so lange es ihr gesundheitlich möglich war. Auch als sie ins Pflegeheim wechseln musste, was ihr nicht leicht fiel, riss der Kontakt zu ihr nicht ab. Wir werden sie nicht vergessen!
Schwerer Neubeginn nach der Flucht
21.09.2017
Unsere Clubschwester Adisa Stöfer-Avdic berichtete an unserem Januar-Clubabend im Jahr 2017 sehr bewegend über ihre Vertreibung aus ihrer Geburtsstadt Prijedor in Bosnien-Herzegowina, in der sie eine behütete, glückliche Kindheit erlebt hatte. Damit war 1991 plötzlich Schluss, als die ersten Flüchtlinge aus Kroatien nach Bosnien kamen. Die serbischen Nachbarn, mit denen sie bislang friedlich zusammengelebt hatte, zogen nun Uniformen an und gingen zur Armee. Ihr Vater, ihr Bruder, einige Onkel und Nachbarn wurden verhaftet und in einer ehemaligen Fabrik untergebracht, die nun als KZ diente. Die Soldaten erschossen ihren Großvater vor ihrem Haus, und ihre Mutter durfte ihn erst begraben, nachdem sie ihren Nachbarn ihren Besitz überschrieben hatte. Adisa und ihre Mutter wurden mit rund 10 000 Menschen in einer Schule zusammengepfercht, die in ein KZ umfunktioniert worden war. Wie sie ihren Vater wiedersahen, der völlig abgemagert und traumatisiert war, und im Laufe eines langen, leidvollen Weges schließlich nach Deutschland gelangten, wo sie nicht mit offenen Armen aufgenommen wurden, erzählte Adisa im September auch in der Gnadenkirche in Tidofeld im Rahmen des Norder Themenjahrs „Lebenswege – Flucht und Neubeginn“ (siehe Presse).
Lesung zum Thema Alzheimer in der Auricher Stadtbibliothek
Lesung, 20.09.2017
Auf Einladung unserer Clubschwester Margret Fiebig-Drosten, der Vorsitzenden der Alzheimer Gesellschaft Aurich-Ostfriesland, nahmen wir an unserem September-Clubabend an einer Lesung in der Auricher Stadtbibliothek teil. Der Münsteraner Schriftsteller Dr. Burkhard Spinnen stellte sein Buch „Die letzte Fassade“ vor, in der er beschreibt, wie die Demenzerkrankung seiner Mutter sein Leben und das seiner Familie veränderte. Er selbst habe psychologische Hilfe in Anspruch nehmen müssen, um mit den Schuldzuweisungen seiner Mutter fertig zu werden, gab er offen zu. Er sollte bei ihr einziehen, um sie zu betreuen, was weder mit seinem Familien- noch seinem Berufsleben vereinbar war. Lange Jahre hatte sie ihre Alzheimer-Erkrankung vor ihm und ihrer Umwelt verbergen können, bis ein Treppensturz ihre Fassade zerstörte. Siehe auch Presse.
Spannende Führung über den jüdischen Friedhof in Norden
Veranstaltung, 16.08.2017
Almut Holler begrüßt die Clubschwestern zur Führung.
Ein Schild im Eingangsbereich erinnert an den ehemaligen jüdischen Mitbürger Heinz E. Samson.
Die liegenden Steine auf dem Wall gehören zum ältesten Teil.
Almut Holler kann eine Menge zu den einzelnenGrabsteinen erzählen.
Almut Holler, Pastorin im Ruhestand, die sich im Ökumenischen Arbeitskreis Synagogenweg Norden engagiert, führte uns an unserem August-Clubabend 2017 über den jüdischen Friedhof in Norden, den ältesten in Ostfriesland, der heute unmittelbar neben dem christlichen Friedhof liegt. Die ersten Juden hatten sich um 1550 in Norden angesiedelt und vermutlich 1569 das Friedhofsgelände vom Vorsteher des Norder Armenhauses gepachtet. Auch Auricher Hofjuden, die als Finanziers des Landesherrn Kopfsteuer bezahlten mussten, wurden hier begraben.

Der älteste Teil des Friedhofs befindet sich auf einem Wall, der ursprünglich das Kloster Marienthal begrenzte. In vier Abschnitten wurde der Friedhof erweitert, der früher außerhalb der Stadt lag. 326 Grabsteine sind erhalten, wobei der älteste von 1659 und der jüngste von 1938 stammt. Ein Teil der Steine wurde in den 1970er-Jahren unter der Erde entdeckt; sie waren daher gut erhalten. Am Norder Friedhof kann unter anderem der Unterschied zwischen der sephardischen und der aschkenasischen Grabmalkunst studiert werden. „Sephardische Grabsteine liegen, aschkenasische stehen“, erläuterte Frau Holler. Etliche Grabsteine weisen das Symbol der Levitenkanne auf. Die älteren Grabsteine tragen eine hebräische Inschrift, die jüngeren auch die deutsche Übersetzung.

Aber auch die Gräuel des Nationalsozialismus lassen sich am jüdischen Friedhof in Norden ablesen. 1990 wurde ein Sammel-Grabstein für die letzten neun Juden aufgestellt, die zwischen 1938 und 1940 beigesetzt wurden. Am 21. Juni 2005 wurde ein großes Mahnmal zum Gedenken an die ermordeten Männer, Frauen und Kinder der ehemaligen Synagogengemeinde Norden eingeweiht.

Bei der anschließenden Zusammenkunft im Reichshof wurde das Thema Synagogengemeinde Norden noch weiter vertieft; die Clubschwestern hatten viele Fragen an Frau Holler. In Norden ist das historische Gebäudeensemble noch erhalten - bis auf die niedergebrannte Synagoge, deren 1985 freigelegtes Grundmauerfragment seit 1987 zentraler Bestandteil einer Gedenkstätte ist. Auch erinnern zahlreiche Stolpersteine an die ehemaligen Norder Juden.
Vortrag von Herman Damveld über Erdgasgewinnung und Erdbeben in Groningen
Vortrag, 21.06.2017
Soroptimistinnen und Gäste folgten dem Vortrag von Herman Damveld sehr interessiert.
Bea Blokhuis, die wieder ihr schwarzes Protestkleid angezogen hatte, im angeregten Gespräch mit Gerta Berghaus.
Bea Blokhuis erzählt sehr anschaulich von ihrem Kampf gegen die Erdgasgewinnung.
Die Vorträge regten zu lebhaften Gesprächen an.
Nach dem Besuch der Kunstausstellung „Art Schok“ , zu dem uns unser niederländischer Freundschaftslink im Mai eingeladen hatte, haben wir das brisante Thema Erdgasgewinnung und Erdbewegungen im Groninger Land durch einen Vortrag vertieft, den der niederländische Wissenschaftsjournalist Herman Damveld am 21. Juni 2017 im Club zum guten Endzweck in Emden hielt. Er ist uns durch den Krummhörner Ratsherrn Johann Smid vermittelt worden, der in der Vergangenheit mit ihm zusammen grenzüberschreitend und mit Erfolg gegen den Bau von Kohlekraftwerken protestiert hat. Wir haben Smid sowie interessierte Partner unserer Clubschwestern zu diesem besonderen Clubabend eingeladen.

Damveld, der kein Auto hat, fuhr mit Bea Blokhuis vom Club De Eemsmond, die sich als Betroffene zur Aktivistin entwickelt hat und uns an diesem Abend auch über ihr bemerkenswertes Engagement berichtete. Als Damveld uns besuchte, arbeitete er gerade an einem Bericht über „Gas uit Groningen – vijf Jaar na de Aarbewing bij Huizinge“, der pünktlich zu diesem bedenklichen Jubiläum am 16. August 2017 von der Statenfractie SP provincie Groningen als Büchlein herausgegeben wurde. Ein Bericht über seinen Vortrag in Emden erschien am 4. August 2017 im Ostfriesischen Kurier (siehe Presse). Das bislang größte Erdbeben hatte eine Stärke von 3,6 auf der Richterskala, aber es sind jederzeit größere von 5,0 möglich, erfuhren wir. Dabei könnten über 1200 Häuser einstürzen und über 100 Menschen ihr Leben verlieren. Das Groninger Gasfeld, eines der größten in Europa, reicht bis Emden, von daher sind wir als Nachbarn auch betroffen. Von 1990 bis Mitte 2017 ereigneten sich durch die Gasgewinnung 1118 Erdbeben.

„Das, was derzeit in Groningen geschieht, kann auch bei uns passieren“, warnte Smid. In der Krummhörn wird bereits an zwei Stellen in der Nähe von Greetsiel Gas gefördert, und ab 2019 soll die Gasgewinnung in Pewsum zwischen Schatthaus und Pewsumer Vorwerk beginnen.

Die Opfer der Erdbewegungen in der Region Groningen, deren Häuser stark beschädigt oder gar unbewohnbar wurden, kämpfen seitdem gegen die Ausbeutung des Gasfeldes. Doch selbst wenn sie keinen Erfolg haben sollten, wird es 2031 erschöpft sein. Für diesen Fall hat die niederländische Regierung keinen Plan B entwickelt, erfuhren die Zuhörer in der lebhaften Diskussion, die sich an den Vortrag anschloss.
Schöne Tage auf Langeoog
Clubleben, 06.02.2017
Gut beschirmt am Strand bei leichtem Nieselregen.
Im Haus Bethanien gibt es einen Luther zum Anfassen.
Die Strandspaziergängerinnen stärken sich mit einem Eiergrog im Café Leiss
Auch Vorstandssitzungen müssen sein.
Abends ist viel Zeit für Spiele und Plaudereien.
Inzwischen ist es in unserem Club eine gute Tradition, dass wir im Februar zusammen ein Wochenende auf der schönen Insel Langeoog im Haus Bethanien verbringen, wo wir immer hervorragend verpflegt werden. Diesmal gab es allerdings keinen Workshop, weil sich die jüngeren Clubschwestern mit kleinen Kindern, die ihrer Familie nicht so lange fern bleiben wollen, ausgeschlossen fühlten. Der Workshop wurde daher auf den 1. April 2017 vertagt.

Weil sich unter den 14 Clubschwestern, die in der Zeit vom 3. bis 5. Februar 2017 auf Langeoog weilten, nahezu der gesamte Vorstand befand, haben wir die Gelegenheit zu ausgiebigen Vorstandssitzungen genutzt. Ansonsten unternahmen wir lange Strandspaziergänge bei sehr passablem Wetter, wobei wir diesmal auch die verwaiste Königinnenbelegstation aufsuchten. Unsere Küstenschutz-Expertin Anja Lorenz zeigte uns die Dünen im Pirolatal, die erheblich unter den winterlichen Sturmfluten gelitten hatten. Im Café Leiss stärkten wir uns nach den Spaziergängen mit gewaltigen Tortenstücken und Eiergrog, und die Abende vertrieben wir uns mit geselligen Kartenspielen.
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