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Club Eemsmond
Kunst gegen Erdbeben: Ausstellung Art Schok am 27. Mai  in Warffum besucht
27.05.2017
Traditionell treffen wir uns seit über 20 Jahren am jeweils letzten Sonnabend im Mai mit unserem Freundschaftslink Eemsmond. Diesmal luden uns die Niederländerinnen in das Freilichtmuseum Het Hoogeland in Warffum ein, wo noch bis zum 3. September eine besondere Kunstausstellung unter dem Titel „Art Schok“ gezeigt wird: Neun Künstler, darunter die Eemsmonder Soroptimistinnen  Aly van der Wal und Marian van Hulsen, befassen sich mit den zerstörerischen Erdbewegungen, die durch die Gasgewinnung im Groningen-Gasfeld ausgelöst werden. So wurden 936 Erdbeben von 1990 bis November 2015 registriert.

Bea Blokhuis zeigt ein Protestplakat, mit dem für die Teilnahme an einer Petition geworben wird.
Das Treffen begann mit einem gemütlichen Kaffeetrinken im Freilichtmuseum.
Marchien Cordes erläutert ihre Objekt-Kunst.
Es entwickelten sich anregende grenzüberschreitende Gespräche.
Kees Wolthuis hat seine Aquarelle "De erste tekenen" überschrieben.
Die Gäste vom Club Ostfriesland-Norden vor der "Dialoogtafel" von Marchien Cordes.
Im Flur hängen die Werke von Marian van Hulsen.
"Thee-Tied" heißt dieser Metalldruck von Marian van Hulsen.
"Aardbeving in ,Golden Raand" von Arne van Hulsen.
Diskussion mit Marian van Hulsen über ihr besonderes Metalldruck-Verfahren.
Das Freilichtmuseum Het Hoogeland ist auch das Ziel nach einem kleinen Mittagsimbiss.
In den original erhaltenen Häusern scheint die Zeit vor hundert Jahren stehen geblieben zu sein.
Die niederländische Clubschwester Bea Blokhuis hatte ihr schwarzes Protestkleid angelegt und trug eine Protestbrosche, die Arne van Hulsen, der Sohn von Marian, gefertigt hatte. Bea  gehört  zur Groninger Bodem-Beweging, die gegen die Ausbeutung der Gasvorräte kämpft.  Viele Bewohner der Gemeinden Eemsmond und Groningen haben erlebt, dass ihre Häuser plötzlich bebten. „Ich dachte zuerst, das sei nur ein Problem der kleinen Gemeinde Loppersum“, erzählte Bea beim Begrüßungskaffee im Museum. Inzwischen  sind die Erdbeben als Folge der übermäßigen Förderung von Gas zum nationalen Thema avanciert, das auch im Wahlkampf eine Rolle spielte.  So mussten vom Einsturz bedrohte Häuser geräumt und durch Neubauten ersetzt werden.

In Appingedam stehen inzwischen viele Häuser leer, stellten wir bei einem unserer letzten Treffen mit dem Club Eemsmond fest. Damals sahen wir auch die Erdbebenschäden an der Nicolaikirche in Appingedam.  In Wirdum (Gemeinde Loppersum) wurde das erste Haus gesichert und 50 weitere werden auf ihre Standfestigkeit hin untersucht. Die Betroffenen müssen aber oft  um eine Entschädigung kämpfen: Bei zehn Häusern, die nebeneinander stehen, habe es trotz ähnlicher Schäden unterschiedliche Bescheide gegeben, informiert Bea. „Wir wollen, dass das Gas gegen Null reduziert wird“, sagt sie. Sie wies auch auf die Unterschriftenaktion auf der Website „laatgroningennietzakken.petities.nl“ hin, an der sich bis jetzt rund 200 000 Bürger beteiligt haben.

Huib van der Stelt zeigt sehr drastisch, was mit der niederländischen Kulturlandschaft geschieht.
"Paniekvogels " von Marian van Hulsen.
"Code Oranje" hat Aly van der Wal ihre Zeichnung von der alten Kirche in Oldenzijl überschrieben.
Für Aly van der Wal hat das Erdbeben vom 16. August 2012 um 22.30 Uhr  alles verändert. In der Ausstellung sind Zeichnungen von ihr zu sehen, die die eingerüstete Kirche von Oldenzijl vor und nach der Behebung der Erdbebenschäden zeigen. „De eerste tekenen“ hat Kees Wolthuis seine Aquarelle überschrieben, in denen ein Gotteshaus neben den Erdbewegungen durch das steigende Wasser bedroht wird, weil die Deiche nicht mehr sicher sind. Die Fotos von Anjo de Haan stellen Risse in den Fokus, die durch Häuserwände und Menschen gehen, und Marian van Hulsen hat in einem besonderen Zinkdruck-Verfahren unter anderem „Paniekvogels“ und eine unruhige „Thee-Tied“ gestaltet. Irene van Breest-Smallenburg malte den Untergang von Groningen auf Porzellan-Fliesen, und die Objekte von Marchien Cordes zeigen wackelige Konstruktionen aus Betonblöcken und Porzellan sowie einen Stuhl, auf dem niemand sitzen kann und einen Tisch, der mit ziegelförmigen Paketen aus Zeitungsartikeln und Dokumenten über die Gasgewinnung überfrachtet ist.

Die Ausstellung hat uns sehr beeindruckt. Sie führte uns vor Augen, dass sich die Menschen im Groninger Raum nicht mehr sicher fühlen, dass sie um ihre Häuser, ihre Baudenkmäler und nicht zuletzt um ihr Leben fürchten müssen. Es sei deutlich geworden, dass  „wir nicht mehr in einer Demokratie leben, die durch die Elite der Erde regiert wird, sondern durch eine unstillbare Habsucht – einer Oligarchie auf Weltniveau“, stellt Kees Wolthuis in der Ausstellungsbroschüre fest.

Nach dieser schweren Kost erholten wir uns beim Lunch, den wir „Bij Moeders“ mit Blick aufs Wasser bei schönstem Wetter genossen. Es wurde viel gelacht, und wir genossen wieder einmal die unbeschwerte Gastfreundschaft unserer niederländischen Freundinnen. Danach hatten wir noch Zeit zu einem Rundgang durch die historischen Gebäude des Freilichtmuseums, in denen die Zeit stehen geblieben ist. Die harmonische und sehr intensive Begegnung endete mit einem kalten oder heißen Getränk zum Abschied. Wir wurden reich beschenkt: Außer der Fülle von Eindrücken und Informationen  nahm jede von uns ein reich bebildertes Buch über einen wunderschönen Garten in Warffum und Pflanzen, darunter wunderschöne Malven, mit nach Hause. Sie werden uns noch lange an dieses Treffen erinnern.
In der Ennemaborgh bei Maya Wildevuur am 25.3.2013
25.03.2013
Maya Wildevuur vor der Ennemaborgh in Midwolda.
Zu ihren Lieblingsmotiven gehören Hühner, wie man schon im Garten sieht.
Maya Wildevuur in der Galerie im Gespräch mit einer ehemaligen Clubschwester.
In der Galerie von Maya Wildevuur ist alles bunt - einschließlich der Möbel.
Die Künstlerin hat ein Faible für stolze Hähne.
Am letzten Sonnabend im Mai 2013 hatte der Club Eemsmond ein besonderes Programm für uns ausgedacht: Nachdem wir uns in einem Koffiehus in Oostwald mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, fuhren wir zur Galerie der Künstlerin Maya Wildevuur, die dem Club Eemsmond früher angehört hatte. Ihre öffentlich zugänglichen Atelierräume in der Ennemaborgh in Midwolda sind voller farbenprächtiger, fröhlicher Gemälde, die sie geschaffen und voll exotischer Einrichtungsgegenständen, die sie auf ihren Reisen zusammengetragen hat. Ihre Kunst kann man übrigens nicht nur kaufen, sondern auch mieten oder leasen – offensichtlich ein Geschäftsmodell, das funktioniert. Bunt sind auch die Kleider der Künstlerin, die Blumen auf ihrem Kopf und die Holzsärge im Keller, die sie für sich und ihren Mann gestaltet hat.

Ein Augenschmaus sind exotische Möbel, Bilder und Gegenstände aller Art.
Die Galeriebesucherinnen werden sachkundig durch die Räume voller Kunst geführt.
In der Wohnküche von Marjet Bos in Ostwold stellt Frauke Kummer unsere Clubprojekte vor.
In dieser mit Fischen bemalten Holzkiste möchte Maya Wildevuur beerdigt werden.
Unsere Gastgeberinnen haben viele leckere Gerichte für uns gezaubert...
... die wir uns mit viel Freude schmecken lassen.
Danach tut uns ein Spaziergang gut...
... der uns durch den Garten des Ehepaars Mensinga-Bruins führt.
Mittags genossen wir in der Küche von Clubschwester Marjet Bos in Oostwold eine Fülle von Köstlichkeiten, die unsere niederländischen Gastgeberinnen vorbereitet hatten – unter anderem zwei Sorten Suppe, Quiche, Salat und Kuchen. Unsere Clubschwester Hedwig Hangen stellte bei dieser Gelegenheit Literatur zum Thema Ems vor und überreichte eine Kiste Wein als Gastgeschenk. Im Anschluss spazierten wir durch den parkähnlichen Garten von H. J. Mensinga-Bruins in Oostwold, der von einem Slingerpad durchzogen wird und eine Fülle von malerischen Ansichten bietet. Unser Treffen endete auf die angenehmste Weise dort, wo es begonnen hatte: im Koffiehuis in Oostwold.
Gartentour mit dem SI-Club Eemsmond
12.05.2012
Niederländerinnen und Ostfriesinnen vor der Parkmauer.
Blick auf das Lütetsburger Schloss.
Blick vom Schloss auf die Vorburg.
Die Rododendren und Azaleen stehen in schönster Blüte.
Die alten Bäume im Schlosspark haben Charakter.
Auch am Boden gibt es viel zu sehen.
Unsere Besucherinnen nehmen auf einer Parkbank Platz.
Eine bezaubernde Wasserspiegelung.
Margit von Oppeln begrüßt die Garten-Touristen...
... auf der Burg Berum.
Alle zusammen umarmen einen Baumriesen im Park.
Die Burg Berum ist ein Gebäude mit viel Geschichte.
Eine reizvolle Mauer-Ansicht zum Abschluss der Garten-Tour.
Am 12. Mai 2012 trafen wir uns mit unserem Nachbarclub aus Eemsmond/Niederlande. Nach einem gemütlichen Auftakt im Schloßcafé Lütetsburg führte uns Frau Grieffenhagen durch den größten englischen Landschaftsgarten Ostfrieslands. Die begonnene Rhodedendren- und Azaleenblüte, die botanische Vielfalt und die besondere Gartenarchitektur hat uns alle beeindruckt. Der durch den zweistündigen Spazierweg aufgekommene Hunger konnte bei anregenden Gesprächen auf Burg Berum gestillt werden, wo uns anschließend Margit von Oppeln, die damals noch zu unserem Club gehörte, durch den Burggarten führte.
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